27.09.2011, 16:00 von Förderverein „Mama/Papa hat Krebs“ e.V.
Bei herrlichem Wetter eine Runde Golf spielen und dabei noch Gutes tun? Am Sonntag war auf der Mackenbacher Golfanlage genau diese Kombination möglich. Leider nicht für jeden, der wollte. Mit 120 Spielern war nach Aussage von Thorsten Weimer, Golflehrer und Initiator des Benefizturniers, die Platzkapazität ausgeschöpft. Gespielt wurde - wie bereits im vergangenen Jahr - zu Gunsten des Projektes „ Mama/ Papa hat Krebs”.
Gerüstet mit blinkend polierten Schlägern stehen sie da: 120 Golfspieler verteilt auf die 18 Bahnen. Bereit zum Schlagabtausch. Bereit zum Putten und Birdie-Spielen. Bereit, das eigene Handicap zahlenmäßig ein wenig zu verschlanken.
Das hat auch Larissa Theis vor, mit 17 Jahren die jüngste Spielerin des Tages. Ob's klappt? Weiß man nie. Der Gegner - ein kleiner weißer Ball - kann ordentlich hinterlistig sein. So wie gerade an Loch Nummer 5. Reine Präzision liegt in diesem Abschlag. Patsch, der Ball gewinnt schnell an Höhe und fliegt davon. Sieht gewaltig gut aus. Komisch, der Spieler schüttelt um Fassung ringend den Kopf. Streift sich nicht wirklich elegant den Handschuh von der linken Hand, greift nach seinem Wagen und läuft wortlos davon.
Die Anziehungskraft des tiefen satten Grüns war wohl nicht genug. Jedenfalls ist das weiße, runde Teil recht eigenmächtig weit davon entfernt gelandet. Der Golfer mit den grünen Hosen hat ihn gesichtet, atmet sichtbar durch, blickt überaus konzentriert nach vorne, immer die ins Loch winkende Zielfahne im Auge. Kompromisslos gibt er mit gekonnter Schwungtechnik dem Ball einen Schlag, dass der sich nicht mehr traut, die Richtung zu verlassen. Na bitte, geht doch.
Wer hat gesagt Golf, sei ein unsportliches Rentnerspiel, eine Art gemächlicher Spaziergang mit Ballschubsen? Florian Dick tritt gerade anschaulich den Gegenbeweis an. Dass der Mann Ballgefühl hat, wissen vermutlich nicht nur Anhänger des FCK. Aber ob die auch nur im Entferntesten erahnen, welche Ausdauer der Mann mit schwarzem Handschuh allein beim Anvisieren des Golfballs an den Tag legen kann?
Blick zum nahen Loch, Blick auf den Ball. Immer wieder. Ja, will er den kleinen Kerl allein mit Willenskraft einlochen? Endlich, die Spannung seines Körpers löst sich. Er touchiert das Weiße und - das Loch gewinnt und verströmt gähnende Leere. Tja, da addiert sich wohl ein weiterer Schlag zur Gesamtsumme.
Kollege Jiri Bilek nimmt das Ganze ein bisschen lockerer. Da gibt's kein langes Fackeln. Drauf und dagegen, scheint seine Devise. Naja, aufs Ergebnis kommt es ja irgendwie denn doch nicht an. Für den guten Zweck dabei sein, ist alles, was zählt.
Eben war auch noch der Ehemann einer Spielerin da. Weg, verloren in den Weiten der 18-Loch-Anlage. Ob sie ihn wieder gefunden hat, die Dame, die ein wenig belustigt zum Start zog und murmelte: „Auf einem Golfplatz kann man nicht nur Bälle verlieren. Auch Männer.”
Thorsten Weimer, der Initiator des Benefiz-Cups, blickt auf die Anfänge zurück und ist zufrieden. Sein erster Cup fand mit 70 Teilnehmern statt. Heute, fünf Jahre später, muss er seine 120 Spieler zum zügigen Spielen animieren. „Sucht nicht lange nach verschlagenen Bällen. Der Letzte soll ja vor Einbruch der Dunkelheit im Ziel sein”, scherzt er.
Bei schönstem Sommerwetter hat sicherlich keiner etwas dagegen, ein bisschen länger auf der gepflegten Anlage zu bleiben. Zumal die gute Sache im Vordergrund steht, nämlich Geld für den Verein „ Mama/ Papa hat Krebs” zusammenzutragen. 5600 Euro waren im vergangenen Jahr schon ein stolze Spendensumme. Weimer hat es geschafft, noch eine Schippe aufzulegen. 8440 Euro kann er am Ende eines großartigen Tages für Kinder zur Verfügung stellen, deren Eltern an Krebs erkrankt sind. (Doris Theato)
Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Pfälzische Volkszeitung
Ausgabe: Nr.225
Datum: Dienstag, den 27. September 2011
Seite: Nr.24
"Deep-Link"-Referenznummer: '8157415'
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